Brenva-Flanke

Der Brenva Sporn

Berg:Mont Blanc
Höhe:4.807 m
Route:Brenva Sporn (D)

Zur Tour

Allgemeines

insgesamt sehr eindrucksvoller kombinierter Anstieg (D),
historisch der erste "schwierigere" Weg zum Mont Blanc, eröffnet 1865, einen Tag nach der berühmten Erstersteigung des Matterhorns.

Ausgangspunkt

Biwakschachtel am Col de la Fourche, vom Ghiglione-Biwak wurde uns in Chamonix wg. evtl. Einsturzgefahr abgeraten. Bei gutem Wetter meist überfüllt, man stelle sich moralisch auf eine schlaflose Nacht ein, wenn man nicht woanders biwakiert. Es lohnt sich, früh zur Hütte zu gehen, da die meisten Leute erst am Spätnachmittag kommen und man vorher noch in aller Ruhe das grandiose Panorama geniessen und/oder sich den Bauch vollschlagen kann.
Decken sind vorhanden, aber kein Kochgeschirr.

Zur Tour selbst

Fängt lustig an mit nächtlichem Abseilen von der Hüttenterasse zum Abstieg auf den Brenvagletscher. Keine Bergschrundprobleme (Mitte Juli '96). Im Col Moore beeindruckt der nächtliche Blick auf die Silhouette des nahen Mont Blanc.

Was in meinem Führer nicht stand:

Im unteren, felsigen Teil, wo die Route etwas links des Grates verläuft, viel loses Zeug, z.T. etwas erdig, bei mehreren Seilschaften erhebliche Steinschlaggefahr!
Die Alternative - Guessfeldtcouloir - ist ziemlich eisschlaggefährdet: wir haben an einem Nachmittag dort zwei dicke Eislawinen über den unteren Teil fegen sehen.

Im weiteren Verlauf sehr schöner Firngrat, der sich weiter oben in der Flanke verliert. War bei uns bis kurz vor die Seracs durchgehend verfirnt (d.h. nicht vereist).

Seracausstieg:

z.T. recht sprödes Eis, ein paar kurze Passagen (wenige m) waren ziemlich steil (bis zu 60-70 Grad), aber ich will nicht beschwören, den leichtesten Weg gefunden zu haben...

Am letzten Felskopf rechts neben den Seracs befindet sich eine Abseilstelle, mit der man wohl die Barriere weiträumig untenherum umgehen kann, um dann den Col de la Brenva zu erreichen (der Seracausstieg kommt etwas weiter oben heraus), das kam uns aber wenig attraktiv vor. Der Seracausstieg bietet eine eindrucksvolle Atmosphäre!

Über den Seracs auch im flachen Gelände noch einige Spalten. Die restlichen 400 Höhenmeter zum Gipfel können dann noch ganz schön lang werden...

Viel Spass!


© by Ulrich Kinkel